Jedes Jahr aufs Neue fallen große Mengen an Baum- und Strauchabschnitt an und jedes Jahr stellt sich damit erneut die Frage – „Wohin mit dem ganzen Zeug?“

In manchen Gegenden gibt es eine alljährliche, kostenlose Grüngutabfuhr. Hierzu müssen die Äste gebündelt und zu einem bestimmten Zeitpunkt an die Straße gelegt werden. Dort wird alles von der Gemeine, der Stadt oder dem Landkreis abgeholt. Eine andere Möglichkeit ist, das Grüngut zu einer Verwertung zu bringen. Dort wird darauas Kompost oder Holzhackschnitzel. Jedoch kostet diese Variante meist etwas.

Geht das nicht besser für meinen Geldbeutel, meinen Garten und die Umwelt?

Doch, all das geht! Ich häcksel meinen gesamten Abschnitt und verwende ihn auf verschiedenste Weise im eigenen Garten.

Variante 1 – Kompostieren:

Oft besteht die Gefahr, dass der Kompost zu wenig Luft für den biologischen Umsatz bekommt. Das ist unter anderem dadurch begründet, dass der Küchenkompost sehr feucht und dicht ist. Vor allem jedoch besteht die Gefahr bei Grasabschnitt. Natürlich kann der Rasenabschnitt auf dem Kompost verwertet werden. Das Problem ist jedoch, dass sich das Gras bei der Verrottung extrem verdichtet und dadurch schmierig wird. Somit herrschen anaerobe Verhältnisse im Kompost, die extrem schlecht für das Bodenleben sind, welches den wertvollen Kompost erzeugt.Bild 1 Blog 1

Hier lässt sich das Häckselgut bestens einsetzen. Die groben Strukturen der Äste ermöglichen eine Belüftung der Biomasse und bleiben lange erhalten. So haben die Bodenlebewesen genug Zeit und Sauerstoff, um ihre Arbeit zu verrichten.

Variante 2 – Rindenmulchersatz:

Um weniger Unkraut jäten zu müssen, greifen viele Hobbygärtner zu Rindenmulch. Auch Profis verwenden ihn; aber aus viel mehr Gründen:

Klar ist, dass durch das Abdecken der Erde Unkraut weniger Chancen hat zu wachsen. Das bereits im Erdboden befindliche Unkraut kommt nur schlecht durch die Abdeckschicht und die neuen Samen, die auf den Rindenmulch fallen, haben keinen Kontakt zum Erdreich, um zu keimen.

Mulch kann aber noch viel mehr!

Der Boden verdunstet nicht so viel Wasser, er muss nicht aufgelockert werden und die somit aufgebrachte Biomasse dient als hervorragender Langzeitdünger.Bild 2 Blog 1

Das Gute an meinem Häckselgut ist, dass ich dafür nichts bezahlen muss. Weder muss ich Rindenmulch kaufen, noch für die Entsorgung meines Schnittgutes zahlen.

Dazu kommt aber noch, dass Rindenmulch meist aus der Borke von Nadelgehölzen gewonnen wird. Dies schafft ein saures Milieu und ist deshalb eigentlich nur für Rhododendronbeete geeignet.

Mein Häckselgut besteht zum größten Teil aus Laubgehölzen. Diese verrotten zu einem neutralen Kompost und sind somit für den Großteil meiner Flächen geeignet.

Variante 3 – Bodenverbesserung:

Der Gartenboden hat je nach Gegend eine sehr spezifische Zusammensetzung. Bei mir habe ich einen sehr schweren, lehmigen Boden. Gerade beim Gemüseanbau stellt sich heraus, dass das nicht der beste Boden für das Vorhaben ist. Schnell bildet sich eine steinharte Kruste, die nur schwer von Keimlingen durchbrochen werden kann und das Wasser eher oberflächlich ableitet als aufnimmt.

Um Abhilfe zu schaffen, müssen Zusätze eingearbeitet werden, die den Boden lockern. Hierzu bietet sich anorganisches Material wie beispielsweise Sand oder Blähton an, aber eben auch organischBild 3 Blog 1es Material.

Die gehäckselten Gehölzschnitzel sind hierfür bestens geeignet. Sie lockern den Boden, ermöglichen die Luftzufuhr, bieten Eintrittsflächen für Wasser und dienen als gut verträglicher Langzeitdünger.

Durch seinen verholzten Aufbau dient das Häckselgut dem Boden lange Jahre als Strukturbildner und Dünger.

 

Tipp:

Um allen genannten Anwendungen gerecht zu werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  •     Bei der Häckslerwahl sollte auf Walzenhäcksler zurückgegriffen werden. Diese quetschen die dicken Astpellets noch zusätzlich auf und schaffen somit eine größere Oberfläche.
  • Soll die Beetabdeckung optisch auch noch ordentlich was hermachen, sollten nur dickere Äste separat verwertet werden. Die dünnen Äste können oft nicht so akkurat geschnitten werden und bleiben somit oft länger, was das gleichmäßige Bild etwas trüben kann.
  • Der Kompost sollte durchmischt werden, damit der gesamte Biomassekörper die positiven Auswirkungen der Durchlüftung erfährt.

 

feel green … Christoph